Geschichte des Marktfleckens ©tìchovice (Szechowicze)
Die Gemeinde
©tìchovice gehörte in ihrer Gesamtheit nie unter einen einzigen Gutsherrn.
In lückenhaften Einträgen bezüglich der Eigentümer werden während der
gesamten Geschichtsentwicklung mehrere Kirchenbesitzer genannt:
Kloster des heiligen Johannes des Täufers auf der Insel von Davle,
gestiftet zu der Regierungszeit des Fürsten Boleslav II., vollendet ein Jahr
nach seinem Tode (am 7. Februar 999) während der Amtszeit von Boleslav III.,
Wirkungsstätte des Benediktiner-Ordens, Kloster von Zbraslav (Zisterzienser)
und letztendlich das Kloster von Strahov, gestiftet 1143 durch das
Prämonstratenser-Orden. Die Gutsherren haben oftmals gewechselt, und die
laufenden Gutsherrenwechsel lassen sich wegen einer mehrmaligen
Gemeindenzerstückelung schwer verfolgen.
Als ältester
schriftlicher Nachweis gilt die Schenkungsurkunde aus dem Jahre 1055,
wodurch der Fürst Spytihnìv II. dem Kloster von Ostrov einen Teil der
Ortschaft Tøebenice (3 Landhäuser) geschenkt hat. Dessen Zugehörigkeit zu
diesem Kloster kann mit dem Jahr 999 gegeben haben, was mit der
Klosterstiftung zusammenfällt. Der Fürst Boleslav schenkte dem Kloster eine
Vielzahl von Dörfern, ©tìchovice ist in der Schenkungsurkunde nicht
namentlich genannt. Aus dem Jahre 1205 kommt dann Bulle von Pøemysl Otakar I.,
die dem Kloster eingeräumten Privilegien und Rechte bestätigt: unter den
Klosterbesitz standen 24 Dörfern, wovon auch „Szechowicze“ genannt sind. Der
zuletzt genannten Urkunde nach gehörten der Klosterdomäne noch "zwei Dörfler
mit Waldbesitz, welcher gleich neben den ehemaligen Gütern liegt" im
Tøebenice-Teil von ©tìchovice an. Im Jahre 1388 gehörten der Klosterdomäne
von Ostrov 11 Landwirte an. Im Jahre 1420 wurde das Kloster
durch die
Hussiten zugrunde gerichtet. Dadurch setzte der praktische Niedergang des
Kloster von Ostrov ein und die Mönche übersiedelten nach
Svatý Jan pod Skalou (Der heilige Johann unter dem Felsen), in
eine Ortschaft mit Aufbewahrungsstätte der Grundbücher und Propstei, die den
Grundbesitz verwaltete. Im Laufe des 16. Jahrhunderts und nach dem
Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1638) war das Klostervermögen in Ostrov und
dessen Umgebung nach und nach verloren gegangen. Durch den 1436 erlassenen
Majestätsbrief des Kaisers Siegmund wurden die Untertanen von ©tìchovice
frei erklärt. Trotz Protesten der Einwohner von ©tìchovice erwirkten die
Benediktiner im selben Jahr beim Kaiser Siegmund, dass sie die früher
zugeeigneten Grundbesitze zurück erhalten haben. Jedoch die Benediktiner
verpfändeten ihren Grundbesitz aus finanziellen Gründen im Jahre 1499 an
Hieronymus von Skuhrov. Ohne nähere Jahresangabe wurde dieser Gemeindenteil
von ©tìchovice an die Herrschaft Konopi¹tì angegliedert. Eine weitere
Aufzeichnung ist mit dem Jahr 1571 datiert, wann Jan von ©ternberk, Herr von
Konopi¹tì, seinen Besitz in ©tìchovice an Jiøí Slepotický von Sulice
abverkauft hat. Im Jahre 1593 wechselt der Besitz an Herrmann Divi¹ und nach
seinem Tode an Zuzana ©anovcová. Danach geht er an ihre Tochter Katarina,
verheiratet Hozlauer von Hozlau als Erbin über. Im Jahre 1612 wird Adam
Hozlauer von Hozlau Besitzer der Herrschaft von Hradi¹tì einschl. Meierei
und Kleinstadt ©tìchovice. Nach der Gründungsurkunde des Klosters von
Zbraslav (1304) kam diesem Kloster ein Gemeindenteil von ©tìchovice, nämlich
wiederum Slapy, zu. Im Jahre 1339 trat der König Johann von Luxemburg
sämtliche Erträge aus den am Bauernhof Slapy
liegenden Goldengruben ab. Eine
Erhaltungsurkunde aus dem Jahre 1323 beschreibt eine Gemeindetrennung in
zwei separat genannten Teile: Czechowicz Maiori und Czechowicz Minori –
Groß-©tìchovice und Klein-©tìchovice. Groß-©tìchovice standen im
Klosterbesitz von Ostrov, Klein-©tìchovice im Klosterbesitz von Zbraslav. Auch
dieses Kloster blieb während der hussitischen Kriegeszeit nicht verschont,
und wurde am 14. August 1420 durch die hussitischen Heere ausgeplündert und
verbrannt. Außer von zwei Bauergütern wurde dieses Gemeindeteil im
Jahre 1421 an Hradi¹»ko (Hradi¹tko stand unter Besitz des Klosters von
Ostrov), im Jahre 1436 an Le¹any angeschlossen. Im Jahre 1446 gerät
Hradi¹tko unter Besitz von Hieronymus von Èeèelice, welcher Hradi¹tko mit
Hof an Jan, den Abt des Klosters von Ostrov, weiter verkaufte. Bemerkenswert
wäre auch eine „Aufstellung von Untertanen und Güter sowie der dafür zu
entrichtenden Gebühren" im Urbar von Strahov aus dem Jahre 1410. Nach den
Angaben in diesem Grundbuch gehörte dem Strahover Kloster ein Teil von
©tìchovice an, nämlich "eine Meierei mit Wald und Wiese an. Von den
untertänigen Gütern gehörten
(dem
Kloster) zu der Zeit 18 Untertanen, die ihre Landhäuser und Grundstücke
vor Ort bewirtschafteten". Im Jahre 1421 gerät ein Gemeindeteil von
©tìchovice unter Besitz der Klosterherrschaft von Strahov, welches der
Kaiser Siegmund im Jahre 1437 an Hanu¹ und Heinrich von Kolowrat für 430
Schock Groschen urkundlich verpfändete. In der Verpfändungsurkunde wird
©tìchovice das erste Mal als „kleine Stadt“ genannt. Wegen eines raschen
Besitzerwechsel konnten nicht alle Änderungen befolgt werden und so wird
Adam von Sternberg der Landtafel nach seit 1547 Besitzer einer
Gemeindenhälfte von ©tìchovice. Im Jahre 1590 ließ Adam von Sternberg seine
Gemeindenhälfte den Gebrüdern Adam und Sebastian von ©anov zufallen. Nach
ihrem Tode hat Katherine von ©anov, verheiratet an Vratislav von Mitrovice (Mní¹ek),
die Gemeindenhälfte geerbt. Sie wurde dann an Adam Hozlauer den Älteren von
Hozlau verkauft und an seine Herrschaft von Hradi¹tì annektiert. Dadurch
wurden die beiden Gemeindenteile von ©tìchovice zeitweilig wieder vereinigt.
Adam Hozlauer von Hozlau hat an dem Aufstand der protestantischen
Standesherren gegen den katholischen König Ferdinand teilgenommen und ist
nach einer Standesniederlage in der Schlacht am Weißen Berg im Jahre 1621 zu
einer Vermögenskonfiskation verurteilt worden. In dieser bewegten Zeit kommt
wiederum zu einer Neuaufteilung der beschlagnahmten Güter. Im Zusammenhang
mit ©tìchovice erwähnen die historischen Quellen auch das Kloster in Plasy.
Das Kloster in Plasy liegt etwa zwanzig Kilometer von Plzeò (Pilsen)
entfernt. Es wurde im Jahre 1144 gestiftet und einer Schenkungsurkunde des
Prager Erzbischofs Daniel III. aus dem Jahre 1206 nach wurde diesem Kloster
ein Gemeindenteil von ©tìchovice, höchstwahrscheinlich das Slapy-Teil,
zugeschrieben. In diesem Sinne ist diese Schenkungsurkunde das zweitälteste
Zeugnis über das Bestehen von ©tìchovice. Weitere Informationen über dieses
Gemeindenteil liegen nicht vor, es kann jedoch vermutet werden, dass es
später unter dem Besitz des Klosters. Das Otto-Lexikon von 1906 erwähnt
©tìchovice im Zusammenhang mit dem Jahr 1292, wann ©tìchovice als Gemeinde
und Besitztum (bis zum Jahre 1420) des Klosters von Zbraslav und Ostrov
geworden sind. Nach den zugänglichen Quellen stand damals auch das Bauerngut
in Tøebenice unter Klosterbesitz von Strahov, später Dvoøák-Gut genannt.
Um den
Landeszustand nach dem Dreißigjährigen Krieg zu revidieren, wurde im Jahre
1653 Errichtung einer Steuerrolle durch das Landestag angeordnet. Die
Errichtung der Steuerrolle erfolgte getrennt für jede Einzelregion. Für
©tìchovice gilt die Steuerrolle der Podbrdy-Region. ©tìchovice mit seinen
einzelnen Gemeindenteilen ist drei Domänen zugeordnet: die Herrschaft
©tìchovice zu dem Kloster von Strahov, die Herrschaft Davle zu dem Kloster
des heiligen Johann (Ostrov) und die Herrschaften Zbraslav und Slapy zu dem
Kloster von Zbraslav. Die gesamte Revision könnte einer Volks- und
Vermögenszählung gleichgestellt werden. Eigentlich handelte es sich um
erstes landesweites Register, einzigartig in dem gesamten Mitteleuropa von
damals. Dabei ist es noch anzumerken, gerade nach Einträgen in der
Steuerrolle sei die Goldgewinnung nur eine der mehreren Beschäftigungen der
örtlichen Einwohner gewesen. Durch den Dreißigjährigen Krieg endet bis auf
kleine Ausnahmen Blütezeit der Goldgewinnung, eine Zeit, welcher die
Gemeinde ©tìchovice Stadtwappen und Ruhm verdankt, und das Leben der
Einwohner wird durch den Moldau-Fluß zunehmend geprägt, welcher die Aufgabe
einer lebhaften Verkehrsader nach Prag von jeher erfüllte und der hiesigen
Bevölkerung ihren Lebensunterhalt zum großen Teil verschaffte.
Quellenverzeichnis:
Geschichte der gemeinde ©tìchovice nach Franti¹ek Heøman
Emler - Registra Bohemia et Morawiae - II. fol. 970
Böhmisches Archiv, Jahrg. I. fol. 519, 450
Registra Bohemiae II fol. 266 - 268
Archäologische Denkmäler IV.
Urkundenbuch von Zbraslav, fol. 27.
Übernommen: copyright © Speleo klub Kladno 2003
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Eliá¹
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Poslední aktualizace:
26. 10. 2004, 20:59:25 +0200